Gesundheit, Vererbung, Haltung, Ernährung
Die nachfolgenden Ausführungen sollen Ihre Aufmerksamkeit auf bestimmte Punkte lenken, die typisch für die Rasse Golden Retriever sind.
Die Haut
Golden Retriever haben eine empfindliche Haut. Daher kann es leicht zu Hauterkrankungen kommen. An erster Stelle sind hierbei alle akuten Hautinfektionen zu nennen. Oft verursacht durch einen Hautreiz mit anschließendem Kratzen und Lecken. Es ist sinnvoll, die entsprechende Stelle sich anzusehen, ob dort etwas vorzufinden ist, z.B. eine Zecke...
Es ist hilfreich, wenn eine Wundsalbe, Wundpuder... vorrätig sind. Eine regelmäßige Fellpflege erfolgt, durch Bürsten und gelegentliches Baden / Abduschen.
Die Adresse eines Dermatologen sollte man bereit halten.
Das Gewicht
Der einfache Zusammenhang von Körpergewicht und Gelenkbelastung gilt für Mensch und Tier. Der Golden Retriever neigt zu Übergewicht, insbesondere wenn einen die treuen, dunklen Augen ansehen und wir wieder ein Leckerli geben. Daher ist es sehr wichtig, auf das Idealgewicht zu achten und es auch beizubehalten. Übergewicht beeinträchtigt die Bewegungsfreude deutlich.
Das Idealgewicht : Hündin, Schulterhöhe 51-56cm, 27-29kg
Rüde, Schulterhöhe 56-61cm, 31-33kg
Diese Angaben sind Näherungswerte und beziehen sich auf Golden Retriever aus meiner Zucht. Das Idealgewicht kann nicht pauschaliert werden, es ist immer auf das Individuum bezogen. Beim Golden Retriever sollte sich die Hüfte immer deutlich abzeichnen, dann ist in der Regel alles o.k.
Es ist wichtig, eine Hüftgelenksdysplasie (HD) oder eine Ellenbogendysplasie (ED), möglichst früh zu diagnostizieren:
1. Für den Golden und den Halter:
Fast die Hälfte aller Golden, die an einer HD leiden, zeigen keinerlei klinische Anzeichen, wenn sie die richtige Ernährung von klein an erhalten haben, ein Idealgewicht gehalten wurde und für ausreichend körperliche Bewegung gesorgt wurde.
2. Für die Rasse:
Der DRC bekämpft diese vererbliche Krankheit der HD, ED durch Zuchtselektion.
Bei jenen Golden, die bereits in der Wachstumsphase übergewichtig sind, haben ca. 31% deutliche Anzeichen einer Dysplasie. Große Hunderassen erreichen ca. 80% ihres Adultgewichtes im Alter von 8 Monaten. Damit haben Sie bereits zu einem frühen Zeitpunkt einen groben Anhalt hinsichtlich des Idealgewichtes. Die Kontrolle der Wachstumsentwicklung beim Welpen und beim Junghund sind von großer Bedeutung für die Gesundheit und die Lebenserwartung des Golden Retrievers.
Nicht nur der Züchter, auch Sie als Besitzer haben Einfluß auf eine HD bzw. ED. Zu ca. 50% spielt die Vererbung eine Rolle, also auch bereits die Auswahl der Golden Retriever, die verpaart werden sollen. HD ist ein vererbbarer Defekt. Die Art der Vererbung ist polygen, d.h. dieser Defekt wird gesteuert durch die kombinierte Wirkung mehrerer Gene. Bei ED ist es anders. Hier ist die Art der Vererbung rezessiv, d.h. es handelt sich um ein Gen, das nur wirksam ist, wenn es von beiden Elternteilen weitergegeben wird.
Die anderen 50% liegen in Ihrer Hand, durch die Art der Haltung und die Ernährung. Daher ist es so wichtig, einen Welpen bis mindestens zum 12 Monat keine Treppen steigen zu lassen, oder ähnlichen Belastungen auszusetzen.
Nicht vor 12 Monaten sollten Sie die Hüften und Ellenbogen auf ihre Qualität untersuchen lassen. Dazu wählen Sie einen Tierarzt aus , der qualifiziert eine solche Rötgenuntersuchung durchführen kann. Die Röntgenbilder werden an den DRC zentral gesendet und von einem Gutachter ausgewertet. Es reicht also nicht aus, wenn der Tierarzt nur Röntgenbilder anfertigt. Der Hund muß korrekt gelegt werden, damit eine Auswertung erfolgen kann. Es wäre also völlig sinnlos, den Hund in Narkose zu legen, irgendwelche Röntgenaufnahmen machen zu lassen, dies zu bezahlen, um dann die Nachricht zu bekommen, die Röntgenbilder haben eine unbrauchbare Qualität. Das notwendige Formular haben Sie mit dem Kauf von mir erhalten. Die Kosten sind sehr unter-schiedlich, sie belaufen sich bei ca. 200EURO für Hüften und Ellenbogen
Die Sehkraft
Sicher läßt die Sehkraft des Hundes erst im fortgeschrittenen Alter nach. Doch es kann vorkommen, dass diese bereits viel früher eintritt und ab dem Alter von einem Jahr bereits diagnostiziert werden kann.
Um dies Aufgrund einer Vererbung auszuschließen, kann man einen sogenannten PRA-Gentest durchführen lassen. PRA steht dabei für "Progressive Retina Atroption". Nähere fachliche Ausführungen lassen sich über Suchmaschinen finden.
Ergebnis: Genotyp: N/N (A, frei)
Interpretation:
Der untersuchte Hund ist reinerbig (homozygot) für das normale Gen. Dieser Hund trägt nicht die prcd-PRA-Mutation, die als ursächlich für diese Form der PRA beschrieben wurde. Es besteht kein Risiko, dass der Hund an dieser Form der prcd-PRA erkrankt.
Der untersuchte Hund kann mit jedem beliebigen Hund verpaart werden, da hierbei kein Risiko für betroffene Nachkommen besteht.